Alles lügt. Aber schön. – Prompts aus der Dunkelkammer.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache. Damals hatten Maler Angst vor der Daguerreotypie, heute haben Fotografen Angst vor Textzeilen. Wir leben in spannenden Zeiten: Das Bild ist nicht mehr Beweis, sondern eine statistische Wahrscheinlichkeit, die mit jedem Tag besser aussieht.

Dieser Blog ist der Versuch, in diesem Chaos nicht völlig den Verstand zu verlieren. Ich bin kein Tech-Guru, der jeden KI-Hype als Erleuchtung feiert, aber auch kein Amish, der Digitales für Teufelszeug hält. Ich habe mein ganzes Leben mit Fotografie zu tun – nicht als Fotograf – und habe es dennoch aus Gründen studiert. Ich halte das Analoge für einfach, das Synthetische für kompliziert – und umgekehrt.

Wer behauptet, genau zu wissen, wo die Reise hingeht, lügt oder verkauft Workshops. Ich sortiere hier nur meine Beobachtungen, steile Thesen und gelegentlich ein Zitat von Roland Barthes – auch damit wir uns vor Wäscherei-Lieferwagen in Acht nehmen. Es geht um den Spaß am Sehen, auch wenn die Maschine uns dabei immer öfter auf die Finger haut ("Camera says no").

Bilder des Bösen – Böse Bilder
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Bilder des Bösen – Böse Bilder

Der Wandel in der Darstellung des Bösen – von Mythen bis zur Moderne.

In diesem Artikel geht es um die Entwicklung der Darstellung des Bösen in der Kunst und Medien. Von den mythologischen Figuren der Antike wie Medusa und dem Minotaurus bis zu den drastischen Bildern der modernen Kriegsführung und sozialen Medien zeigt sich ein signifikanter Wandel. Die bildende Kunst hat über Jahrhunderte das Böse dargestellt, um die tiefsten Ängste und Wünsche der Menschheit widerzuspiegeln. In der heutigen Zeit sehen wir, wie das Böse durch moderne Technologien wie Drohnenaufnahmen eine neue Dimension erhält, wodurch es zu einer verstörenden, fast voyeuristischen Erfahrung wird. Die Darstellung des Bösen ist nicht nur ein Spiegelbild der Zeit, sondern auch ein Mittel, durch das gesellschaftliche Normen und Werte verhandelt werden.

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Immer wieder Sontag
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Immer wieder Sontag

Susan Sontags 'Über Fotografie' ist eine einflussreiche Sammlung von Essays, die sich mit der Bedeutung und dem Einfluss der Fotografie in der modernen Gesellschaft auseinandersetzt. Sontag analysiert verschiedene Aspekte der Fotografie, von der Ethik des Fotografierens bis hin zur Wirkung von Bildern auf die Wahrnehmung der Realität. Ihr Werk bleibt bis heute in der akademischen Welt und darüber hinaus relevant und wird oft als grundlegender Text in der Fotografietheorie zitiert.

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Lemberg 1941 – Gaza 2023: Pogrome, Bilder und die Wiederkehr der Barbarei.

Lemberg 1941 – Gaza 2023: Pogrome, Bilder und die Wiederkehr der Barbarei.

Eine Reflexion über die Wiederholung von Gewalt- und Bildmustern in der Geschichte, bei der Parallelen zwischen dem Pogrom in Lwiw (Lemberg) 1941 und aktuellen Ereignissen in Israel 2023 gezogen werden. Geschichte wiederholt sich nicht exakt, doch grausame Muster der Vergangenheit kehren dennoch wieder.

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Mitten im Feuer: Wie Capas D-Day-Bilder den Krieg fühlbar machten
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Mitten im Feuer: Wie Capas D-Day-Bilder den Krieg fühlbar machten

Mit der Fotografie ist das so eine Sache: Ihre Macht liegt oft in ihrer Fähigkeit, den Betrachter mitten ins Geschehen zu katapultieren, ob er nun will oder nicht. Eine gute Fotografie überwindet räumliche und zeitliche Distanz, lässt miterleben, fühlen und nachvollziehen. Am 6. Juni jährte sich die Landung der Alliierten in der Normandie zum 79. Mal – einer der letzten großen Wendepunkte des 2. Weltkrieges. Es jährte sich somit auch die Geschichte der elf Fotografien von Robert Capa, die später als die „Magnificent Eleven“ bekannt wurden.

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Marilyn Monroe’s Last Sitting 1962: Bert Sterns intime Fotoserie.
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Marilyn Monroe’s Last Sitting 1962: Bert Sterns intime Fotoserie.

"Unsere Bilder sind wir" zeigt die Bedeutung von Bildern in unserer Identität und erzählt die Geschichte von Marilyn Monroe, einer der größten Ikonen des 20. Jahrhunderts. Ihre berühmte Fotosession "The Last Sitting" mit dem Fotografen Bert Stern im Jahr 1962 fand im Bel-Air Hotel in Los Angeles statt und bestand aus zwei getrennten Fotosessions.

Die Fotografien von Marilyn Monroe und die Geschichte ihrer Zusammenarbeit mit Bert Stern sind ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Bilder unsere Vorstellung von anderen Menschen und uns selbst prägen können.

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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner synthetischen Reproduzierbarkeit

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner synthetischen Reproduzierbarkeit

In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz (KI) rasante Fortschritte macht und künftig jeden Bereich unseres Lebens beeinflussen wird, stellt sich die Frage, ob der menschliche Genius weiterhin eine Rolle spielen wird. Die Geschichte zeigt, dass technologische Umbrüche wie die Dampfmaschine oder die Fotografie die Welt veränderten und neue Möglichkeiten schufen. Dabei neigen wir allzu gern weil allzu menschlich in unserem Umgang zur perfekt trainierten Mittelmäßigkeit. Und mittelmäßig ist die KI in vielen Bereichen schon heute. Mindestens.

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Neues Projekt - Freiheit 80
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Neues Projekt - Freiheit 80

Ja, die 80er waren großartig. Die Bonner Republik war muffig, die Grünen waren nur wenig mehr als bizarre Randnotizen und Madonna gab sich als betörende Jungfrau. Und wer sich als Jugendlicher etwas auf sich hielt, roch nach Lagerfeld, Haarspray - und natürlich Bel-Ray Zweitaktöl. Was für eine Zeit!
Und was ist uns geworden? Das möchte ich fotografisch herausfinden. Mehr dazu hier.

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Freundliches Feuer
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Freundliches Feuer

Friendly Fire, False Memory. Wir erinnern uns falsch. Wenn wir Kim Phúc sehen, wie sie schreiend aus den Napalm-Schwaden rennt, sehen wir das moralische Ende des Vietnamkrieges. Wir sehen amerikanische Schuld. Doch die Geschichte ist komplizierter.
Über die Rezeption von Fotografien - und wie Bildikonen für uns gelesen werden.

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Horst P. Horst
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Horst P. Horst

Hoyningen-Huene – Sie erinnern sich, der echte Baron – hatte der Modefotografie in der Zwischenkriegszeit ein zeitgemäßes Gesicht gegeben. Sein Partner und Zögling Horst Bohrmann aus Weißenfels bei Leipzig wird Ihn nach seinem Weggang bei der Pariser Vogue beerben und als Horst P Horst die Modefotografie länger als ein halbes Jahrhundert entscheidend prägen.

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Im Westen mehr Lametta

Im Westen mehr Lametta

Erich Maria Remarque. Seine Bücher im Nationalsozialismus verboten; seine Schwester von Freisler, einem fanatischen Nationalsozialisten in Richterrobe mit den Worten „Ihr Bruder ist uns entwischt, Sie werden uns nicht entwischen“ ermordet. Nach dem Krieg hatte er – wenig überraschend – kein Interesse an der Wiedererlangung der ihm entzogenen deutschen Staatsbürgerschaft, sein teilweise autobiografischer Roman „Im Westen nichts Neues“ wurde in seiner Wahlheimat USA verfilmt. Jetzt liegt eine unter deutscher Leitung entstandene Bearbeitung für Netflix vor.

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Wer bin ich
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Wer bin ich

Manche vermuten hinter meinem – wunderschönen – Namen ein Pseudonym, wohlfeil ausgewählt mit sowohl mediterranen als auch erdmittelalterlichen Bezügen. Dem ist nicht so, und dennoch vermuten Leser von „davongekommen“ wohl auch aufgrund der autobiografischen Elemente das ich mich selbst in diesem Fotobuch abgebildet habe, meine Identität aber über meinen „Echtnamen“ verschleiert habe.

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Brassai und Muncàksi - Eine kurze Geschichte der Modefotografie – 2. Teil.
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Brassai und Muncàksi - Eine kurze Geschichte der Modefotografie – 2. Teil.

Martin Muncàksi und Gyula Halász (Brassai), haben jeweils ihre Art die Modefotografie revolutioniert Muncàksi brachte Dynamik und Lebendigkeit in die Fotografie, während Brassai den Surrealismus und Kubismus einfließen ließ. Beide beeinflussten Generationen von Fotografen und veränderten die Modebranche nachhaltig.

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