
Pastis 51 und das zu perfekte Foto
Ende Juli kursierte ein Foto, das viele für KI hielten. Aufgenommen an einem französischen Badesee, an einem Nachmittag, an dem irgendwo in der Gironde der Wald brannte.
Alles lügt. Aber schön. – Bildkultur von der dunklen Kammer bis zum latenten Raum.
83 Texte

Ende Juli kursierte ein Foto, das viele für KI hielten. Aufgenommen an einem französischen Badesee, an einem Nachmittag, an dem irgendwo in der Gironde der Wald brannte.

Wir führen endlose Debatten darüber, wie Künstliche Intelligenz Bilder erschafft. Die Angst vor dem Prompt, der nicht nur den Fotografen, sondern den Texter, den Illustrator und den Coder ersetzt, ist allgegenwärtig.

Kürzlich habe ich „Über Fotografie“ wieder zur Hand genommen. Seit der letzten Lektüre vor ein paar Jahren hat sich die Welt verändert.

Vor einigen Jahren schrieb ich an dieser Stelle über die "Leiche bitte 40m mehr nach rechts".

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über den Abschied geschrieben. Über das Foto eines sterbenden Tiers als Memento Amavi – als schmerzhaften Beweis, dass geliebt wurde.

Man sagt, Männer wollten stets nur das eine. Ein schnell gesetzter Vorwurf, der sich moralisch gut verwerten lässt – und evolutionsbiologisch vermutlich nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.

Es gibt eine Fabrik in den Niederlanden, in der die originalen Maschinen von Polaroid stehen.

In Japan ist sie auch heute noch ein besonderes Zeichen der Rücksichtnahme. Im Westen wurde sie zum Symbol einer Ära der Hysterie, des Eigenschutzes und der Anpassung.

Zum Chinesischen Neujahr hat Unitree eine beeindruckende Leistungsschau seines humanoiden Roboters präsentiert – eine Show, die im Vergleich zur deutlich weniger harmonischen Darbietung vor einem Jahr den nachgerade stürmischen …

Wir haben uns bereits damit auseinandergesetzt, wie die KI als Medium uns im Sinne des frühen McLuhan „massiert“ und unsere Rolle vom Schöpfer zum Besteller verändert.

Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich an dieser Stelle erstmals über generative KI geschrieben. Der Einstieg führte damals – fast zwangsläufig – über Nick Bostrom.

Das Uncanny Valley – das „unheimliche Tal“ – beschreibt jenes psychologische Phänomen, bei dem uns eine menschenähnliche Figur gerade deshalb irritiert, weil sie fast echt wirkt.

Marshall McLuhan, einst gefeierter Popstar der Medientheorie, dann lange als technologischer Wirrkopf belächelt und heute wieder aktueller denn je, verdankt einen seiner hellsichtigsten Momente einem Druckfehler.

Watzlawick hat treffend behauptet, dass das Unglücklichsein ein notwendiger Herzenswunsch unserer Existenz ist und dass die Bürokratie es sich mitunter zur Aufgabe gemacht hat, dieses Unglücklichsein zu kultivieren; denn der …

Das Bild der Acht-Nationen-Koalition in Orwell, Amelia und die Vergänglichkeit großer Mächte hat mich zu einem weiteren Text angeregt – genauer gesagt: zur Recherche seiner Rezeption.

Amelia - die gekaperte Kunstfigur - ist kein Skandal, sondern ein Symptom.

Es liegt eine gewisse historische Symmetrie im Kalender der Fotografiegeschichte.

Ein lilahaariges Goth-Mädchen, ein staatlich finanziertes Lernspiel und eine Öffentlichkeit, die beschließt, beides nicht ernst zu nehmen.

Bis zum 18. März 2020 war Corona eine Krise unter vielen. Meldungen aus China oder aus dem Karneval am Niederrhein – beides schien gleichermaßen fern wie fremd.

Ein Mann, 40 Jahre alt. Dunkles Haar, graue Schläfen.

Es gibt ein juristisches Prinzip, das so alt ist wie das Recht selbst: Nulla poena sine crimine – keine Strafe ohne Verbrechen. Ein Verbrechen setzt in der Regel ein Opfer voraus.
Wir schreiben das Jahr 1857 in Manchester. Die "Art Treasures Exhibition" öffnet ihre Tore, und das Publikum drängt sich vor einem Bild, das es so noch nie gegeben hat.

Bamberg, im Juni 1628. In einer feuchten Zelle kritzelt Johannes Junius, der Bürgermeister der Stadt, einen letzten Brief an seine Tochter. Seine Hände sind von der Folter so zertrümmert, dass er die Feder kaum noch führen kann.

Ursprünglich sollte an dieser Stelle ein Systemvergleich stehen. Die Idee war simpel: Ein Duell zwischen den Antipoden der aktuellen KI-Landschaft.

Es entbehrt nicht einer gewissen tragischen Ironie, dass Roland Barthes kurz nach der Fertigstellung seines fotografischen Hauptwerks „Die helle Kammer“ von einem Pariser Wäschereilaster überfahren wurde.

Erinnern Sie sich an den „Shrimp Jesus“? Oder die Kinder, die angeblich aus Plastikflaschen im Schlamm lebensgroße Autos bauen?

Einst war ein Porträt ein Machtstatement. Ein gemaltes Gesicht an der Wand bedeutete: Ich habe Geld, Zeit – und einen Maler, der mitunter monatelang nichts anderes tat, als mich festzuhalten.

Hollywood steckt seit Jahren in einer Krise, die es sich weitgehend selbst eingebrockt hat.

Wir bauen uns einen digitalen Laufstall. Wände gepolstert, Kanten abgerundet, das Licht stets vorteilhaft und warm.

Eine der verstörendsten und zugleich faszinierendsten Eigenschaften aktueller bildgenerierender KIs ist das, was ich den Magnetismus der Surrogate nennen möchte: eine unsichtbare, fast physikalische Kraft, die alle erzeugten …

Synthetische Bilder und Videos – erzeugt durch generative KI wie Grok Imagine oder OpenAIs Sora – haben spätestens seit der Einführung nativer Audio-Video-Synchronisation die Social-Media-Plattformen mit täuschend echt wirkenden …

Zwei Morde, zwei Tode durch Verbluten. Bildwelten, die man nicht sehen soll.

Mit der industriellen Revolution änderte sich das Reisen grundlegend. Der technische Fortschritt der Eisenbahn, ein wachsender Wohlstand der Mittelschicht und erstmals auch geregelte Arbeitszeiten öffneten den Horizont.

Viel ist gesagt und geschrieben worden über die American-Eagle-Kampagne mit Sydney Sweeney und ihren unzweifelhaft guten Genen.

Das momentane Geschnatter in der Causa American Eagle ist ebenso bemerkenswert wie belustigend – letztlich müssten jene, die dem amerikanischen Bekleidungshersteller alle möglichen niedrigen bis niedrigsten Beweggründe …

Kommende Generationen könnten sich auf die American-Eagle-Kampagne mit Sydney Sweeney als das Ende der Wokeness berufen – und dies, je nach Lager, entweder als Fanal des Untergangs deuten oder als Signal zum Aufbruch in eine …

Kürzlich stieß ich auf ein Instagram-Profil, das fotografisch vieles und medientechnisch beinahe alles richtig macht.

Warum reisen wir? Um Erholung zu finden?

Über die Auflösung der Grenze zwischen Echt und Künstlich.

Keiner kam den Reichen und Mächtigen so nah wie er.

Am 26. Juni jährt sich der Tod von Bert Stern, dem Fotografen, der mit seiner Bilderserie „The Last Sitting“ Marilyn Monroe ein letztes, visuelles Denkmal gesetzt hat.

Es gibt Begriffe, die – zumindest für mich – mehr sind als nur Worte. Fotograf ist einer davon.

Manchmal braucht es kein Wort, um Geschichte zu erzählen. Ein Blick, ein Schatten, eine Hand auf einem Tisch – all das kann genügen, um zu begreifen, was geschehen ist und was nie wieder geschehen darf.

Roland Barthes schrieb in Die helle Kammer über die Fotografie als Medium des Todes.

Der Wandel kommt mit Riesenschritten – und es wird haarig: Ob Bigfoot oder Businessvideo – Künstliche Intelligenz produziert längst in Stunden, was früher Wochen dauerte, und stellt Tradiertes in Frage.

Fotografien sind in Tranchen zerlegte Zeit. Eine Scheibe Zeit, ein subjektiver Ausschnitt von etwas, das war und doch schon nicht mehr ist.

In der Montagsausgabe des Neues Deutschland vom 10. Oktober 1989 finden sich im Rahmen der Berichterstattung zum 40. Jahrestag der DDR 26 Bilder von Erich Honecker.

Dass man etwas erwartet, bedeutet nicht, dass man es versteht oder gar Verständnis dafür aufbringen kann.

Letzte Woche glaubte ich noch, dass wir in Zukunft die Träume von Computern träumen würden.

Wir werden die Träume von Maschinen träumen.

Irgendwann stellt sich für die meisten Fotografen – ebenso wie für alle Fotografierenden – die Sinnfrage. Früher für die einen, später die anderen.

In "Über Fotografie" setzt sich Susan Sontag 1977 mit der Bedeutung und dem Einfluss der Fotografie auseinander und widmet sich einer Reihe bedeutender Fotografen, die die Landschaft der visuellen Kunst maßgeblich geprägt haben.

Eine Kulturgeschichte der Bilder des Bösen 3. Teil.

Eine Kulturgeschichte der Bilder des Bösen 2. Teil.

Eine Kulturgeschichte der Bilder des Bösen 1. Teil. Das Grauen des 7. Oktober, wie auch der Krieg in der Ukraine, hat eine neue mediale Dimension erschreckender Bilder eröffnet.

Jeder, der sich intensiv mit Fotografie beschäftigt, muss irgendwann durch Susan Sontags 'Über Fotografie' - und sei es früh im Studium.

Lemberg, Juli 1941. Gaza, Oktober 2023. Zwei Orte, zwei Zeiten – doch dieselben Bilder.

Über die „Magnificent Eleven“ von Robert Capa.

Mit der Fotografie ist es so eine Sache, wir sehen und bewerten die in ihr enthaltenen Nachrichten aus der Vergangenheit immer wieder neu.

Fotografie – wie Pubertät – verwirrt, verblüfft und zwingt uns, Vorurteile zu hinterfragen. Erst mit Bert Sterns Buch „The Last Sitting“ erkannte ich Marilyn Monroe als Norma Jeane, das fragile Herz hinter der Legende.

Es gibt eine weitverbreitete und somit offizielle Haltung zur rasch fortschreitenden Entwicklung lernender Maschinen.

Fotografen und Taucher haben etwas gemeinsam: Je weniger Erfahrung sie haben, desto mehr wollen sie ihr frisch erworbenes Wissen teilen.

Falls Du zwischen 1982 und 1986 16 geworden bist und Dir kryptische Kürzel wie MT, DT, MB, RD, LC, MTX, MBX, Cobra, Ultra oder gar KS noch geläufig sind, würde ich mich freuen, von dir zu hören: Als Masterprojekt möchte ich eine …

Zensur in jedweder Form ist mir stets zuwider. Im Rahmen meiner BA Thesis habe ich mich mit dem Wesen und der Entwicklung der Zensur in totalitären Systemen beschäftigt.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache – von der Idee ist das Bild immer nur einen Klick entfernt.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache, mitunter ist sie sprichwörtlich nackt und schutzlos der Kontextualisierung ausgeliefert.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache: alle reden aktuell über künstliche Intelligenz. Daher heute mit ChatGPT, dem Prototypen eines KI basierten Dialogsystems.

Mit der Farbe in der Fotografie ist das so eine Sache, sie ist wie Dynamit – gefährlich, wenn man nicht weiß, wie man damit umgeht.

Hoyningen-Huene – Sie erinnern sich, der echte Baron – hatte der Modefotografie in der Zwischenkriegszeit ein zeitgemäßes Gesicht gegeben.

Überraschendes aus der Farblehre.

Mit der Fotografie wie mit dem Film ist das so eine Sache, es zählt die Verpackung häufig mehr als der Inhalt.

Einer der “vergessenen” großen Vogue Fotografen, mit einem besonderem Hang zur Selbstzerstörung.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache, jeder liest Bilder - und Bücher - anders.

Mode ist Veränderung, und das gilt auch für die Modefotografen. In dieser Ausgabe tritt ein Baron ab, um einer neuen Bewegung Platz zu machen – und das ist diesmal ganz wörtlich gemeint.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache, die Zeit ein stets knappes Gut und daher ist jetzt Freitag ist der neue Dienstag.

Was ist Modefotografie? Was ein Modefoto?

Bücher sind etwas besonderes, sie sind nicht so flüchtig wie das digitale. Wieder ein eigenes Buch in den Händen zu halten ist daher ein doppelt gutes Gefühl.

Ich wurde gebeten, mich nicht nur mit lange verstorbenen Fotografen oder von Milchwagen überfahrenen französischen Philosophen zu beschäftigen. Daher heute mal was praktisches, über meinen alten Freund, den Blitz.

Das Problem der Fotografie liegt im Detail - und warum s/w auch nur eine Variante der Unschärfe ist.

Fotografien zeigen Elend, Gewalt, Lust, Sex und vieles andere mehr. Das Bild will immer gesehen werden, sucht stets die Öffentlichkeit.

Die Fotografie ist ein besonders charmanter Lügner, dem man gern auch groteske Retuschen abkauft. In ihren Anfängen war die Fotografie da deutlich bescheidener - und robuster.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache: Sie ist am Ende. Tot.

Mit neuen Anfängen ist das – wie mit der Fotografie – ja bekanntlich so eine Sache: nie weiß man wo oder wie das einmal endet.