Alles lügt. Aber schön. – Prompts aus der Dunkelkammer.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache. Damals hatten Maler Angst vor der Daguerreotypie, heute haben Fotografen Angst vor Textzeilen. Wir leben in spannenden Zeiten: Das Bild ist nicht mehr Beweis, sondern eine statistische Wahrscheinlichkeit, die mit jedem Tag besser aussieht.

Dieser Blog ist der Versuch, in diesem Chaos nicht völlig den Verstand zu verlieren. Ich bin kein Tech-Guru, der jeden KI-Hype als Erleuchtung feiert, aber auch kein Amish, der Digitales für Teufelszeug hält. Ich habe mein ganzes Leben mit Fotografie zu tun – nicht als Fotograf – und habe es dennoch aus Gründen studiert. Ich halte das Analoge für einfach, das Synthetische für kompliziert – und umgekehrt.

Wer behauptet, genau zu wissen, wo die Reise hingeht, lügt oder verkauft Workshops. Ich sortiere hier nur meine Beobachtungen, steile Thesen und gelegentlich ein Zitat von Roland Barthes – auch damit wir uns vor Wäscherei-Lieferwagen in Acht nehmen. Es geht um den Spaß am Sehen, auch wenn die Maschine uns dabei immer öfter auf die Finger haut ("Camera says no").

Die Hysterie der Algorithmen: das  Leinenhemd als Leichenhemd der Kreativität

Die Hysterie der Algorithmen: das Leinenhemd als Leichenhemd der Kreativität

Ein Mann im Leinenhemd. Frontal. 4K. Klingt harmlos? Für die KI ist das ein "Sicherheitsrisiko": Wenn die digitale Gouvernante das weiße Leinenhemd zum Leichenhemd der Kreativität macht. Wir gewöhnen uns an eine Welt der paranoiden "Safety by Design"-Zensur, in der selbst das Banalste verdächtig ist.

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Nude Britannia: Viktoria und die Silicon-Valley-Nonnen

Nude Britannia: Viktoria und die Silicon-Valley-Nonnen

1857 montierte Oscar Rejlander 32 Negative zu einem Skandalbild. Die Kritik? Nicht die Montage, sondern die nackte Haut. Fast 170 Jahre später macht die KI genau dasselbe – und unsere Reaktion ist identisch: Zensur und Angst vor dem "zu echten" Fleisch: Königin Victoria käme aus dem Lachen nicht mehr heraus.

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Camera says no: Über die neue digitale Prüderie.

Camera says no: Über die neue digitale Prüderie.

Der Erziehungsautomat. Aus dem wilden Kind Grok und der Gouvernante Google sind gleichermaßen Erziehungsautomaten geworden. Wenn der Algorithmus entscheidet, dass ein Bild gegen die „Safety Guidelines“ verstößt, erleben wir keine Sicherheit, sondern eine Infantilisierung des Sehens. Die Kamera hat jetzt eine moralische Auslösesperre – und wir sind die Kinder im digitalen Laufstall.

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Das, was hätte sein können: Barthes und der Geist in der Maschine

Das, was hätte sein können: Barthes und der Geist in der Maschine

Der Tod durch den Wäscherei-Lieferwagen. Roland Barthes hinterließ uns den Satz vom „Es-ist-so-gewesen“. Doch was passiert, wenn die synthetische Fotografie diesen Satz umschreibt? KI-Bilder sind keine Lügen, sondern die Summe aller möglichen Realitäten – das „Es-hätte-sein-können“.

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Das Bild ist tot? Nein. Es ist nur endlich frei.

Das Bild ist tot? Nein. Es ist nur endlich frei.

Die Inflation des Sehens. Was wir als „Entwertung der Kunst“ beklagen, ist in Wahrheit ihr radikaler Preisverfall. Vom Ölgemälde für Könige zum KI-Prompt für jedermann: Die Geschichte des Bildes ist eine Geschichte der Demokratisierung. Die KI-Revolution ist dabei nur die Generalprobe für etwas viel Größeres – das Ende der menschlichen Arbeit als identitätsstiftendes Merkmal.

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Rewrite statt rewind: Vom Pantoffelkino zum Prompt

Rewrite statt rewind: Vom Pantoffelkino zum Prompt

Rewrite statt Rewind: Wenn die KI Regie führt und zensiert Das Kino stirbt nicht, es wird flüssig. Wir bewegen uns vom passiven Konsum zum aktiven „Rewrite“: Der Zuschauer wird zum Schöpfer seiner eigenen Blockbuster. Doch diese Freiheit hat einen Preis. Während wir unsere hyperpersonalen Welten prompten, schaut eine digitale Gouvernante über unsere Schulter – eine KI, die nicht nur assistiert, sondern als moralische Instanz bewertet, markiert und denunziert.

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Newton im digitalen Laufstall

Newton im digitalen Laufstall

Digitale Lobotomie. Wo Helmut Newton und Terry Richardson die Provokation suchten, liefert die KI sterilen Hochglanz. Der Versuch, die Ästhetik der großen Erotomanen zu simulieren, endet in einer Dystopie der aggressiven Harmlosigkeit. Warum „Safety by Design“ das Ende der Ambivalenz bedeutet und warum wir den Schmutz im Bild brauchen, um uns als Menschen zu spüren.

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Vom Magnetismus der Surrogate

Vom Magnetismus der Surrogate

Aktuelle Bild-KIs erzeugen Figuren, die wie von einem unsichtbaren Magnetfeld in Richtung Harmlosigkeit gezogen werden. Erotik wird gebremst, Gewalt dagegen großzügig toleriert – ein paradoxes Zusammenspiel aus Safety-Filtern, Trainingsdaten und rechtlichen Ängsten. Dieses „Magnetfeld“ produziert eine neue Ästhetik: brave Surrogate, die nie ganz das tun dürfen, was der Nutzer eigentlich will. Doch gerade diese Reibung eröffnet eine neue Form des Erzählens – einen persönlichen Film, der sich nur für einen einzigen Zuschauer schreibt.

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Die Auflösung der Realität

Die Auflösung der Realität

Synthetische Bilder und Videos aus KI-Systemen wie Grok Imagine oder OpenAIs Sora überfluten Social Media mit täuschend echten, generischen Inhalten. Sie verwischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, stellen die Authentizität von Informationen infrage und machen die Vergangenheit manipulierbar – ähnlich den Schatten in Platons Höhlengleichnis. Paradox: Je perfekter etwas wirkt, desto größer der Manipulationsverdacht.

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Bigfoot vloggt jetzt

Bigfoot vloggt jetzt

Bigfoot springt aus dem Flugzeug – und sieht dabei erstaunlich gut aus. Was wie ein kurioses Internetvideo beginnt, entpuppt sich als Spiegel eines tiefgreifenden Wandels: Künstliche Intelligenz erzeugt längst in Stunden, was früher Wochen dauerte – und stellt unsere Vorstellung von Realität, Kreativität und Arbeit grundlegend infrage.

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Orwells 1984 vs. Gemini 2024: Wenn Maschinen uns vergessen lassen, wer wir waren.

Orwells 1984 vs. Gemini 2024: Wenn Maschinen uns vergessen lassen, wer wir waren.

Letzte Woche glaubte ich noch, dass wir in Zukunft die Träume von Computern träumen würden. Seit dem Google Gemini-Desaster befürchte ich, dass diese Träume der Zwangseinweisung in einer virtuellen Besserungsanstalt entsprechen werden.

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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner synthetischen Reproduzierbarkeit

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner synthetischen Reproduzierbarkeit

In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz (KI) rasante Fortschritte macht und künftig jeden Bereich unseres Lebens beeinflussen wird, stellt sich die Frage, ob der menschliche Genius weiterhin eine Rolle spielen wird. Die Geschichte zeigt, dass technologische Umbrüche wie die Dampfmaschine oder die Fotografie die Welt veränderten und neue Möglichkeiten schufen. Dabei neigen wir allzu gern weil allzu menschlich in unserem Umgang zur perfekt trainierten Mittelmäßigkeit. Und mittelmäßig ist die KI in vielen Bereichen schon heute. Mindestens.

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