Alles lügt. Aber schön. – Prompts aus der Dunklen Kammer.

Einst fürchteten Maler die Daguerreotypie, heute fürchten Fotografen Textzeilen. Das Bild hat seinen Status gewechselt: Es ist kein Beweis mehr, sondern eine statistische Plausibilität – und wird mit jedem Update überzeugender.

Dieser Blog ist ein Versuch, in diesem Übergang nicht die Orientierung zu verlieren. Kein Technik-Evangelium, kein kulturpessimistischer Rückzug. Ich habe mein ganzes Leben mit Fotografie zu tun – nicht als Fotograf – und sie trotzdem aus Gründen studiert. Das Analoge erscheint mir oft schlicht, das Synthetische komplex. Und manchmal genau umgekehrt.

Wer behauptet, den Kurs dieser Entwicklung zu kennen, verkauft meist Gewissheiten. Ich sammle hier eher Beobachtungen: steile Thesen, kleine Verschiebungen, gelegentlich ein Zitat. Es geht um Bildkultur im Zustand permanenter Neuberechnung – und um den Versuch, das Sehen nicht zu verlernen, während Maschinen längst gelernt haben, es zu simulieren.

Die große Entwertung: Vom Polaroid-Trauma zum Cargo-Kult der KI

Die große Entwertung: Vom Polaroid-Trauma zum Cargo-Kult der KI

Das Wissen stirbt leise. Anhand des Scheiterns von Polaroid und dem aktuellen "Cargo-Kult" des KI-Promptings analysieren wir die schleichende Entwertung handwerklicher Expertise. Physikalische Begriffe wie "85mm" verkommen in der synthetischen Fotografie zu reinen "Vibe-Indikatoren" ohne technische Bedeutung. Doch die Disruption macht nicht beim Handwerk halt: Nach dem Fotografen steht nun auch der Art Director vor der Obsoleszenz – stellvertretend für jeden anderen nur denkbaren Beruf.

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Die Gamifizierung des Verrats: Amelia und die Asymmetrie der Bilder
Medienkritik & Gesellschaft Dino Mari Medienkritik & Gesellschaft Dino Mari

Die Gamifizierung des Verrats: Amelia und die Asymmetrie der Bilder

Amelia - ein lilahaariges Goth-Mädchen, ein staatlich finanziertes Lernspiel und eine Öffentlichkeit, die beschließt, beides nicht ernst zu nehmen. Was wie ein Randphänomen digitaler Jugendkultur wirkt, ist in Wahrheit ein Lehrstück über Macht, Peinlichkeit und den Kontrollverlust moderner Staaten.

Der moderne Staat scheitert nicht an Extremisten.
Er scheitert an Ironie.

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Lastwagen in Bergamo
Medienkritik & Gesellschaft Dino Mari Medienkritik & Gesellschaft Dino Mari

Lastwagen in Bergamo

Die Kolonne der Angst. Bergamo, März 2020. Ein Militärkonvoi rollt durch die Nacht. Doch was haben wir wirklich gesehen? Und was haben wir hineinprojiziert? Gerade in Krisenzeiten entwickeln Bilder eine Eigendynamik, die eine rationale Einordnung unmöglich macht – vielleicht sogar unmöglich machen soll. Es ist der Moment, in dem sich reale Bedrohung mit historischem und medialem Trauma überlagert.

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Nude Britannia: Viktoria und die Silicon-Valley-Nonnen

Nude Britannia: Viktoria und die Silicon-Valley-Nonnen

1857 montierte Oscar Rejlander 32 Negative zu einem Skandalbild. Die Kritik? Nicht die Montage, sondern die nackte Haut. Fast 170 Jahre später macht die KI genau dasselbe – und unsere Reaktion ist identisch: Zensur und Angst vor dem "zu echten" Fleisch: Königin Victoria käme aus dem Lachen nicht mehr heraus.

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Camera says no: Über die neue digitale Prüderie.

Camera says no: Über die neue digitale Prüderie.

Der Erziehungsautomat. Aus dem wilden Kind Grok und der Gouvernante Google sind gleichermaßen Erziehungsautomaten geworden. Wenn der Algorithmus entscheidet, dass ein Bild gegen die „Safety Guidelines“ verstößt, erleben wir keine Sicherheit, sondern eine Infantilisierung des Sehens. Die Kamera hat jetzt eine moralische Auslösesperre – und wir sind die Kinder im digitalen Laufstall.

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Newton im digitalen Laufstall

Newton im digitalen Laufstall

Digitale Lobotomie. Wo Helmut Newton und Terry Richardson die Provokation suchten, liefert die KI sterilen Hochglanz. Der Versuch, die Ästhetik der großen Erotomanen zu simulieren, endet in einer Dystopie der aggressiven Harmlosigkeit. Warum „Safety by Design“ das Ende der Ambivalenz bedeutet und warum wir den Schmutz im Bild brauchen, um uns als Menschen zu spüren.

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Bilder, die man nicht sehen soll

Bilder, die man nicht sehen soll

Zwei Morde, zwei Bilderwelten: Der hilflose Moment in Charlotte, wo Iryna Zarutska ihr Leben verliert, und der digitale Spottsturm um Charlie Kirks blutigen Tod. Während das eine im Schweigen versinkt, feiert das andere in Memes und Reels als "verdiente" Rache. "Bilder, die man nicht sehen soll" – wo das Blut fließt, aber das Menschliche wie das Wahre erstarrt.

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Bigfoot vloggt jetzt

Bigfoot vloggt jetzt

Bigfoot springt aus dem Flugzeug – und sieht dabei erstaunlich gut aus. Was wie ein kurioses Internetvideo beginnt, entpuppt sich als Spiegel eines tiefgreifenden Wandels: Künstliche Intelligenz erzeugt längst in Stunden, was früher Wochen dauerte – und stellt unsere Vorstellung von Realität, Kreativität und Arbeit grundlegend infrage.

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Schöner lügen mit Licht: Die Ästhetik des autoritären Bildes.

Schöner lügen mit Licht: Die Ästhetik des autoritären Bildes.

Die Diktatur trug Strickjacke, die Demokratie trägt Blut. Walter Ulbricht inszenierte sich beim Frühstück, um den Terror bürgerlich zu machen. Heute simuliert Annalena Baerbock Weltgeschichte auf Influencer-Niveau. Doch erst das archaische Blut auf Donald Trumps Wange durchbricht dieses Simulacrum der Belanglosigkeit.

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