Alles lügt. Aber schön. – Prompts aus der Dunkelkammer.

Mit der Fotografie ist das so eine Sache. Damals hatten Maler Angst vor der Daguerreotypie, heute haben Fotografen Angst vor Textzeilen. Wir leben in spannenden Zeiten: Das Bild ist nicht mehr Beweis, sondern eine statistische Wahrscheinlichkeit, die mit jedem Tag besser aussieht.

Dieser Blog ist der Versuch, in diesem Chaos nicht völlig den Verstand zu verlieren. Ich bin kein Tech-Guru, der jeden KI-Hype als Erleuchtung feiert, aber auch kein Amish, der Digitales für Teufelszeug hält. Ich habe mein ganzes Leben mit Fotografie zu tun – nicht als Fotograf – und habe es dennoch aus Gründen studiert. Ich halte das Analoge für einfach, das Synthetische für kompliziert – und umgekehrt.

Wer behauptet, genau zu wissen, wo die Reise hingeht, lügt oder verkauft Workshops. Ich sortiere hier nur meine Beobachtungen, steile Thesen und gelegentlich ein Zitat von Roland Barthes – auch damit wir uns vor Wäscherei-Lieferwagen in Acht nehmen. Es geht um den Spaß am Sehen, auch wenn die Maschine uns dabei immer öfter auf die Finger haut ("Camera says no").

Nude Britannia: Viktoria und die Silicon-Valley-Nonnen

Nude Britannia: Viktoria und die Silicon-Valley-Nonnen

1857 montierte Oscar Rejlander 32 Negative zu einem Skandalbild. Die Kritik? Nicht die Montage, sondern die nackte Haut. Fast 170 Jahre später macht die KI genau dasselbe – und unsere Reaktion ist identisch: Zensur und Angst vor dem "zu echten" Fleisch: Königin Victoria käme aus dem Lachen nicht mehr heraus.

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Erich Salomon und die Erfindung der fotografischen Indiskretion
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Erich Salomon und die Erfindung der fotografischen Indiskretion

Der König der Indiskreten. Bevor Politiker lernten, in Kameras zu lächeln, war er schon da: Erich Salomon. Mit der Ermanox im Frack schlich er sich in die Hinterzimmer der Macht und stahl der Geschichte ihre ungestellten Momente. Ein Blick zurück auf eine Zeit, als das Foto noch ein Enthüllung war und keine Inszenierung.

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André de Dienes und Bert Stern – Norma Jeane und Marilyn Monroe
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

André de Dienes und Bert Stern – Norma Jeane und Marilyn Monroe

Was bleibt vom Blick, wenn Nähe politisch wird? Zum Todestag von Bert Stern und im Schatten neuer Debatten über Geschlechterverhältnisse fragt dieser Text nach dem Verhältnis zwischen Fotograf und Modell – exemplarisch an Marilyn Monroe, gesehen durch zwei Männer: André de Dienes und Bert Stern. Zwei Blickwinkel, zwei Epochen – und ein leiser Nachhall dessen, was Nähe bedeuten kann.

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Fotograf oder fotografierend?

Fotograf oder fotografierend?

Was bedeutet es, ein Fotograf zu sein – jenseits von Technik, Geschlecht oder Ideologie? Dieser Essay setzt sich kritisch mit der sprachlichen Auflösung des Berufsbegriffs auseinander und verteidigt die Bedeutung von Sprache für unser Denken. Eine pointierte Reflexion über Identität, Verantwortung und Bildkultur in Zeiten der Sprachlenkung.

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Gesichter der Verantwortung – Karsh, der Genozid, die Macht und das Vergessen
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Gesichter der Verantwortung – Karsh, der Genozid, die Macht und das Vergessen

Yousuf Karsh war mehr als ein Porträtfotograf – er war Chronist eines Jahrhunderts der Brüche. Seine Bilder von Winston Churchill und Konrad Adenauer sind nicht nur ikonisch, sie erzählen von Verantwortung, Überleben und der Last der Geschichte. Als Überlebender des Völkermords an den Armeniern wusste Karsh um die tiefen Schatten hinter öffentlichen Gesichtern. Dieser Beitrag beleuchtet, wie seine Kunst politische Macht und persönliche Geschichte miteinander verknüpfte – und warum seine Werke heute aktueller sind denn je.

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Schöner lügen mit Licht: Die Ästhetik des autoritären Bildes.

Schöner lügen mit Licht: Die Ästhetik des autoritären Bildes.

Die Diktatur trug Strickjacke, die Demokratie trägt Blut. Walter Ulbricht inszenierte sich beim Frühstück, um den Terror bürgerlich zu machen. Heute simuliert Annalena Baerbock Weltgeschichte auf Influencer-Niveau. Doch erst das archaische Blut auf Donald Trumps Wange durchbricht dieses Simulacrum der Belanglosigkeit.

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"The Americans": Wie Robert Frank die Sprache der Fotografie revolutionierte 
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

"The Americans": Wie Robert Frank die Sprache der Fotografie revolutionierte 

"The Americans" von Robert Frank ist ein Schlüsselwerk, das die Fotografie maßgeblich verändert hat. Robert Frank, ein Schweizer Migrant, dokumentiert mit scharfem Blick die amerikanische Gesellschaft der 1950er Jahre, die von tiefgreifenden sozialen und kulturellen Gegensätzen gezeichnet war. Nach seiner Erstveröffentlichung in Paris und der anfänglich kontroversen Aufnahme in den USA hat "The Americans" den Diskurs über die Möglichkeiten der Fotografie dauerhaft erweitert. Franks neutrale, beobachtende Haltung ermöglichte eine Form der Kritik, die frei von expliziter politischer Parteinahme war – eine Herangehensweise, die in einer zunehmend polarisierten Welt selten geworden ist.

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Bilder des Bösen – Böse Bilder 3

Bilder des Bösen – Böse Bilder 3

Der dritte Teil vertieft die Kulturgeschichte der Bilder des Bösen, die dieses mal von den visuellen Vorboten des Zweiten Weltkriegs in Asien bis zu den modernen Darstellungen des Bösen in Medien und Kunst reicht. Es beleuchtet ikonische Bilder wie das der kleinen Ping-Mei im zerstörten Shanghai, die Gräueltaten von Nanking, die Brutalität des Spanischen Bürgerkriegs und den Holocaust. Der Text reflektiert über die Rolle der Fotografie bei der Vermittlung der Schrecken des Krieges und des Genozids, während er auch die Veränderungen in der Darstellung des Bösen bis hin zu seiner Nutzung in Unterhaltungsmedien und der offenen Visualisierung in der modernen Kriegsberichterstattung betrachtet.

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Bilder des Bösen – Böse Bilder 2

Bilder des Bösen – Böse Bilder 2

Der zweite Teil der kleinen Serie zur Kulturgeschichte der Bilder des Bösen zeigt, wie die Fotografie im 19. Jahrhundert das Böse in einem neuen, scheinbar realen Licht darstellte. Von den frühen Bildikonen wie Lewis Thornton Powell bis hin zur demokratisierten und vulgarisierten Verbreitung des Bösen, beleuchtet dieser Teil die transformative Rolle der Fotografie.

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Lemberg 1941 – Gaza 2023: Pogrome, Bilder und die Wiederkehr der Barbarei.

Lemberg 1941 – Gaza 2023: Pogrome, Bilder und die Wiederkehr der Barbarei.

Eine Reflexion über die Wiederholung von Gewalt- und Bildmustern in der Geschichte, bei der Parallelen zwischen dem Pogrom in Lwiw (Lemberg) 1941 und aktuellen Ereignissen in Israel 2023 gezogen werden. Geschichte wiederholt sich nicht exakt, doch grausame Muster der Vergangenheit kehren dennoch wieder.

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Mitten im Feuer: Wie Capas D-Day-Bilder den Krieg fühlbar machten
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Mitten im Feuer: Wie Capas D-Day-Bilder den Krieg fühlbar machten

Mit der Fotografie ist das so eine Sache: Ihre Macht liegt oft in ihrer Fähigkeit, den Betrachter mitten ins Geschehen zu katapultieren, ob er nun will oder nicht. Eine gute Fotografie überwindet räumliche und zeitliche Distanz, lässt miterleben, fühlen und nachvollziehen. Am 6. Juni jährte sich die Landung der Alliierten in der Normandie zum 79. Mal – einer der letzten großen Wendepunkte des 2. Weltkrieges. Es jährte sich somit auch die Geschichte der elf Fotografien von Robert Capa, die später als die „Magnificent Eleven“ bekannt wurden.

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Marilyn Monroe’s Last Sitting 1962: Bert Sterns intime Fotoserie.
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Marilyn Monroe’s Last Sitting 1962: Bert Sterns intime Fotoserie.

"Unsere Bilder sind wir" zeigt die Bedeutung von Bildern in unserer Identität und erzählt die Geschichte von Marilyn Monroe, einer der größten Ikonen des 20. Jahrhunderts. Ihre berühmte Fotosession "The Last Sitting" mit dem Fotografen Bert Stern im Jahr 1962 fand im Bel-Air Hotel in Los Angeles statt und bestand aus zwei getrennten Fotosessions.

Die Fotografien von Marilyn Monroe und die Geschichte ihrer Zusammenarbeit mit Bert Stern sind ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Bilder unsere Vorstellung von anderen Menschen und uns selbst prägen können.

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Neues Projekt - Freiheit 80
Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari Bildgeschichte & Retrospektive Dino Mari

Neues Projekt - Freiheit 80

Ja, die 80er waren großartig. Die Bonner Republik war muffig, die Grünen waren nur wenig mehr als bizarre Randnotizen und Madonna gab sich als betörende Jungfrau. Und wer sich als Jugendlicher etwas auf sich hielt, roch nach Lagerfeld, Haarspray - und natürlich Bel-Ray Zweitaktöl. Was für eine Zeit!
Und was ist uns geworden? Das möchte ich fotografisch herausfinden. Mehr dazu hier.

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Freundliches Feuer
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Freundliches Feuer

Friendly Fire, False Memory. Wir erinnern uns falsch. Wenn wir Kim Phúc sehen, wie sie schreiend aus den Napalm-Schwaden rennt, sehen wir das moralische Ende des Vietnamkrieges. Wir sehen amerikanische Schuld. Doch die Geschichte ist komplizierter.
Über die Rezeption von Fotografien - und wie Bildikonen für uns gelesen werden.

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