Alles lügt. Aber schön. – Prompts aus der Dunklen Kammer.

Einst fürchteten Maler die Daguerreotypie, heute fürchten Fotografen Textzeilen. Das Bild hat seinen Status gewechselt: Es ist kein Beweis mehr, sondern eine statistische Plausibilität – und wird mit jedem Update überzeugender.

Dieser Blog ist ein Versuch, in diesem Übergang nicht die Orientierung zu verlieren. Kein Technik-Evangelium, kein kulturpessimistischer Rückzug. Ich habe mein ganzes Leben mit Fotografie zu tun – nicht als Fotograf – und sie trotzdem aus Gründen studiert. Das Analoge erscheint mir oft schlicht, das Synthetische komplex. Und manchmal genau umgekehrt.

Wer behauptet, den Kurs dieser Entwicklung zu kennen, verkauft meist Gewissheiten. Ich sammle hier eher Beobachtungen: steile Thesen, kleine Verschiebungen, gelegentlich ein Zitat. Es geht um Bildkultur im Zustand permanenter Neuberechnung – und um den Versuch, das Sehen nicht zu verlernen, während Maschinen längst gelernt haben, es zu simulieren.

Das Medium ist das Massaker: McLuhan hatte recht.

Das Medium ist das Massaker: McLuhan hatte recht.

Ein Druckfehler machte McLuhan zum Propheten. Sein Buchtitel kippte versehentlich von „Message“ zu „Massage“. Das passt perfekt zum Modus der KI: Sie liefert keine Inhalte, sie liefert eine Behandlung. Sie knetet unseren Geist weich, verwöhnt mit Bildern, die wunschgemäß und passgenau jede Reibung an der Realität ersetzen.

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Das, was hätte sein können: Barthes und der Geist in der Maschine

Das, was hätte sein können: Barthes und der Geist in der Maschine

Der Tod durch den Wäscherei-Lieferwagen. Roland Barthes hinterließ uns den Satz vom „Es-ist-so-gewesen“. Doch was passiert, wenn die synthetische Fotografie diesen Satz umschreibt? KI-Bilder sind keine Lügen, sondern die Summe aller möglichen Realitäten – das „Es-hätte-sein-können“.

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Vom Magnetismus der Surrogate

Vom Magnetismus der Surrogate

Aktuelle Bild-KIs erzeugen Figuren, die wie von einem unsichtbaren Magnetfeld in Richtung Harmlosigkeit gezogen werden. Erotik wird gebremst, Gewalt dagegen großzügig toleriert – ein paradoxes Zusammenspiel aus Safety-Filtern, Trainingsdaten und rechtlichen Ängsten. Dieses „Magnetfeld“ produziert eine neue Ästhetik: brave Surrogate, die nie ganz das tun dürfen, was der Nutzer eigentlich will. Doch gerade diese Reibung eröffnet eine neue Form des Erzählens – einen persönlichen Film, der sich nur für einen einzigen Zuschauer schreibt.

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Bilder, die man nicht sehen soll

Bilder, die man nicht sehen soll

Zwei Morde, zwei Bilderwelten: Der hilflose Moment in Charlotte, wo Iryna Zarutska ihr Leben verliert, und der digitale Spottsturm um Charlie Kirks blutigen Tod. Während das eine im Schweigen versinkt, feiert das andere in Memes und Reels als "verdiente" Rache. "Bilder, die man nicht sehen soll" – wo das Blut fließt, aber das Menschliche wie das Wahre erstarrt.

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Fotograf oder fotografierend?

Fotograf oder fotografierend?

Was bedeutet es, ein Fotograf zu sein – jenseits von Technik, Geschlecht oder Ideologie? Dieser Essay setzt sich kritisch mit der sprachlichen Auflösung des Berufsbegriffs auseinander und verteidigt die Bedeutung von Sprache für unser Denken. Eine pointierte Reflexion über Identität, Verantwortung und Bildkultur in Zeiten der Sprachlenkung.

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Roland Barthes, Memento mori und die Bilder sterbender Haustiere
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Roland Barthes, Memento mori und die Bilder sterbender Haustiere

Wenn geliebte Haustiere sterben, bleibt oft nur das Bild – und das Gefühl, im rechten Moment Abschied genommen zu haben. Diese Reflexion folgt Roland Barthes’ Gedanken zur Fotografie als memento mori und beleuchtet die stille Kraft jener Aufnahmen, die das Ende eines kleinen Lebens einfangen. Ein Text über Trauer, Nähe – und die schwer auszuhaltende Rolle, aus Liebe den letzten Schritt mitzugehen.

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Fotografie verstehen mit Roland Barthes
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Fotografie verstehen mit Roland Barthes

Besser Fotografieren mit Roland Barthes" ist eine zugängliche Einführung in die komplexe Welt der Fotografietheorie von Roland Barthes. Von der halbautobiografischen Perspektive Barthes' über die essentiellen Konzepte des 'studium' und 'punctum' bis hin zur emotionalen Kraft der Fotografie – dieser Text bietet praktische Einblicke, wie man die eigenen Fotografien mit tieferer Bedeutung und Wirkung anreichern kann.

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Bilder des Bösen – Böse Bilder 3

Bilder des Bösen – Böse Bilder 3

Der dritte Teil vertieft die Kulturgeschichte der Bilder des Bösen, die dieses mal von den visuellen Vorboten des Zweiten Weltkriegs in Asien bis zu den modernen Darstellungen des Bösen in Medien und Kunst reicht. Es beleuchtet ikonische Bilder wie das der kleinen Ping-Mei im zerstörten Shanghai, die Gräueltaten von Nanking, die Brutalität des Spanischen Bürgerkriegs und den Holocaust. Der Text reflektiert über die Rolle der Fotografie bei der Vermittlung der Schrecken des Krieges und des Genozids, während er auch die Veränderungen in der Darstellung des Bösen bis hin zu seiner Nutzung in Unterhaltungsmedien und der offenen Visualisierung in der modernen Kriegsberichterstattung betrachtet.

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Bilder des Bösen – Böse Bilder 2

Bilder des Bösen – Böse Bilder 2

Der zweite Teil der kleinen Serie zur Kulturgeschichte der Bilder des Bösen zeigt, wie die Fotografie im 19. Jahrhundert das Böse in einem neuen, scheinbar realen Licht darstellte. Von den frühen Bildikonen wie Lewis Thornton Powell bis hin zur demokratisierten und vulgarisierten Verbreitung des Bösen, beleuchtet dieser Teil die transformative Rolle der Fotografie.

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Bilder des Bösen – Böse Bilder
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Bilder des Bösen – Böse Bilder

Der Wandel in der Darstellung des Bösen – von Mythen bis zur Moderne.

In diesem Artikel geht es um die Entwicklung der Darstellung des Bösen in der Kunst und Medien. Von den mythologischen Figuren der Antike wie Medusa und dem Minotaurus bis zu den drastischen Bildern der modernen Kriegsführung und sozialen Medien zeigt sich ein signifikanter Wandel. Die bildende Kunst hat über Jahrhunderte das Böse dargestellt, um die tiefsten Ängste und Wünsche der Menschheit widerzuspiegeln. In der heutigen Zeit sehen wir, wie das Böse durch moderne Technologien wie Drohnenaufnahmen eine neue Dimension erhält, wodurch es zu einer verstörenden, fast voyeuristischen Erfahrung wird. Die Darstellung des Bösen ist nicht nur ein Spiegelbild der Zeit, sondern auch ein Mittel, durch das gesellschaftliche Normen und Werte verhandelt werden.

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Immer wieder Sontag
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Immer wieder Sontag

Susan Sontags 'Über Fotografie' ist eine einflussreiche Sammlung von Essays, die sich mit der Bedeutung und dem Einfluss der Fotografie in der modernen Gesellschaft auseinandersetzt. Sontag analysiert verschiedene Aspekte der Fotografie, von der Ethik des Fotografierens bis hin zur Wirkung von Bildern auf die Wahrnehmung der Realität. Ihr Werk bleibt bis heute in der akademischen Welt und darüber hinaus relevant und wird oft als grundlegender Text in der Fotografietheorie zitiert.

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Wer bin ich
Theorie & Diskurs Dino Mari Theorie & Diskurs Dino Mari

Wer bin ich

Manche vermuten hinter meinem – wunderschönen – Namen ein Pseudonym, wohlfeil ausgewählt mit sowohl mediterranen als auch erdmittelalterlichen Bezügen. Dem ist nicht so, und dennoch vermuten Leser von „davongekommen“ wohl auch aufgrund der autobiografischen Elemente das ich mich selbst in diesem Fotobuch abgebildet habe, meine Identität aber über meinen „Echtnamen“ verschleiert habe.

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