Alles lügt. Aber schön. – Prompts aus der Dunklen Kammer.

Einst fürchteten Maler die Daguerreotypie, heute fürchten Fotografen Textzeilen. Das Bild hat seinen Status gewechselt: Es ist kein Beweis mehr, sondern eine statistische Plausibilität – und wird mit jedem Update überzeugender.

Dieser Blog ist ein Versuch, in diesem Übergang nicht die Orientierung zu verlieren. Kein Technik-Evangelium, kein kulturpessimistischer Rückzug. Ich habe mein ganzes Leben mit Fotografie zu tun – nicht als Fotograf – und sie trotzdem aus Gründen studiert. Das Analoge erscheint mir oft schlicht, das Synthetische komplex. Und manchmal genau umgekehrt.

Wer behauptet, den Kurs dieser Entwicklung zu kennen, verkauft meist Gewissheiten. Ich sammle hier eher Beobachtungen: steile Thesen, kleine Verschiebungen, gelegentlich ein Zitat. Es geht um Bildkultur im Zustand permanenter Neuberechnung – und um den Versuch, das Sehen nicht zu verlernen, während Maschinen längst gelernt haben, es zu simulieren.